Gesunde Grenzen setzen und „nein“ sagen lernen – Teil 1

Grenzen zu setzen und „Nein“ zu sagen viel mir früher schwer. Bis ich mich mehr mit Persönlichkeitsentwicklung beschäftigt habe. Inzwischen habe ich meinen Perfektionismus unter Kontrolle und weiß ganz genau die Grenze von Selbstliebe zu Selbstaufopferung. Wie die meisten Frauen, habe ich früher meistens die Bedürfnisse von anderen vor mich gestellt und viel zu oft „Ja“ gesagt. Also auch zum Beispiel Auftragsarbeiten angenommen, die eigentlich nicht zu meinem Stil passten oder ständig weitere freie Kooperationen angenommen, anstatt mir auch mal eine Pause zu gönnen.

Kommt dir das bekannt vor?

Dadurch, dass du es ständig jedem recht machen willst und die Bedürfnisse von anderen vor deine Stellst, bist du überarbeitet und müde. Vielleicht sogar frustriert.

Du vernachlässigst die Person, um die du dich als erstes kümmern solltest: Dich selbst. Als ich zum Beispiel an einem morgen meine dunklen Ringe unter den Augen bemerkt habe und immernoch die gleiche Jogginghose seit Tagen an hatte, bemerkte ich, dass es dringend Zeit ist etwas zu ändern. Wieder einmal hatte ich bis spät in die Nacht retuschiert, anstatt dem Kunden einfach klar zu machen, dass die Deadline so nicht funktioniert und die Abgabefrist unmöglich vertretbar ist.

Nicht nur das, sondern viele weitere Erfahrungen und Learnings später beschäftigte ich mich mehr mit der Persönlichkeitsentwicklung und auch, klare Grenzen zu setzen. Die häufigsten Fragen die man sich dann stellt sind: Wie stelle ich klare Grenzen auf? Wie halte ich daran fest? Was, wenn jemand mit diesen Grenzen unzufrieden ist? Für die meisten von uns sind klare Grenzen nicht wirklich bekannt und eventuell machen sie einem etwas Angst. Viele glauben, dass man dadurch Mauern aufbaut, sich zu sehr abgrenzt und alleine ist. “Was, wenn ich dem Kunden absage obwohl er nicht mit meinen Werten übereinstimmt? Entgeht mir dann was? Was, wenn kein anderer auftaucht?” 

“Meine Familie oder Freunde verstehen nicht, was ich mache und ich bin es satt, es immer wieder erklären zu müssen.” “Meine To-Do Liste ist endlos und ich bräuchte mehr Stunden am Tag um alles abzuarbeiten.” “Ich bin müde, aber habe heute Abend noch ein Meeting/Verabredung zu der ich gehen muss” Kommt dir davon was bekannt vor? Hast du Angst davor unhöflich rüberzukommen oder andere zu enttäuschen? Hast du Angst davor, dass du ein Außenseiter dadurch werden, oder etwas verpassen könntest?

Dauerhafte, gesunde Grenzen zu setzen ist eine Fähigkeit die man lernen kann mit der Zeit und das bedeutet auch, diese Angst zu überwinden. Es ist eine Fähigkeit, die die meisten von uns nicht lernen, denn es ist viel einfacher uns selbst zu vernachlässigen oder enttäuschen als andere.

Wenn wir keine klaren Grenzen setzen, handeln wir immer nach den Erwartungen von anderen, anstatt unseren Erwartungen zu entsprechen und die Grenzen selbst festzulegen.

Gesunde Grenzen setzen und „nein“ sagen lernen – Teil 2

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