Gesunde Grenzen setzen und „nein“ sagen lernen – Teil 2

Grenzen setzen und „nein“ sagen lernen – Teil 1 habe ich davon geschrieben, wie schwer es vielen fällt auf sich selbst zu achten und klare Grenzen zu setzen. Die Folgen davon sind, dass man sich ausgelaugt und gestresst, eventuell auch nicht wertgeschätzt und ausgenutzt fühlt.

Wie du das verhindern kannst und klare Grenzen setzen kannst erfährst du in den kommenden vier einfach umsetzbaren Tipps.

1. Schalte den „Autopilot“ ab und setze dich mehr mit deinen Gefühlen auseinander.

Ein Coach, den ich kenne hat ein Buch rausgebracht und darin den Satz “JOY versus ANNOY” benutzt. Also „Freude vs Ärgerniss (/ genervt sein)“. Beides sind emotionen, die wir gut kennen. Die einfache Frage “Bringt mir das Freude oder Ärger (/ wird mir das Nerven rauben)?” kannst du dir einfach beim nächsten Mal stellen, bevor du etwas mit „Ja“ beantwortest.

Wenn du verärgert bist, entsteht es oft dadurch, dass du dich nicht wertgeschätzt fühlst oder das Gefühl hast, ausgenutzt zu werden. Du gibst also hier zu viel Energie rein, ohne dich zu entspannen und Pausen einzulegen. Wenn du beginnst, auf deine Gefühle zu achten und merkst, wie du dich fühlst wenn du beginnst dich frustiert, ausgelaugt, genervt, nicht wertgeschätzt oder ausgenutzt zu fühlen, hilft dir zu erkennen wo du Grenzen setzen solltest. 

2. Gebe dir selbst Erlaubnis.

Grenzen zu setzen die dich davor schützen sich ausgelaugt und müde zu fühlen sind eine der Größten Formen von Respekt vor dir selbst. Nicht nur, dass du deine Energie zu schätzen lernst, sondern auch welche Aktivitäten dich glücklich machen und Energie geben anstatt dich runterzuziehen. Wenn du dich entschließt dich an erste Stelle zu setzen, wirst du dich wahrscheinlich schuldig fühlen, an dir zweifeln und dir Sorgen machen…Besonders wenn du von deiner Familie, Freunden oder Kunden Widerstand spürst, bei denen du versuchst Grenzen zu setzen. Zu wissen, dass du es verdienst kann dir schwer vorkommen, denn sehr oft denken wir, dass es OK ist mit weniger zufrieden zu sein und wir uns mit weniger zufrieden geben, als wir verdient haben. Aber das ist nicht so. Gebe dir Erlaubnis mehr zu wollen und nach Höherem zu streben. Denn das hast du verdient. Verkaufe dich nicht unter Wert. 

3. Übe dich in Selbstbewusstsein (nicht Selbstvertrauen, sondern Achtsamkeit; also auf dich zu achten)

Kannst du dich an eine Situation erinnern, wo du dir gewünscht hättest eine klare Grenze gesetzt zu haben? Kannst du dich an eine Situation erinnern, wo du deine Meinung zurückgehalten hast oder die ganze Zeit ein Event besucht hast, was dir keinen Spaß gemacht hat? Egal, ob es um Zeit geht die du mit jemandem verbracht hast oder eine Situation, in die du dich selbst reingebracht hast, beachte die Gefühle die es in dir auslöst. Welche Gefühle hat die Person oder Situation in dir ausgelöst? Wie hat das deine Stimmung oder Energie beeinflusst? Achte auf deine Gefühle. Schaue zurück und nutze das als dein „Persönliches System für Grenzen“ („PBS“ – Personal Boundary System). Jedesmal, wenn du eine Grenze setzen willst nutze diese Gefühle und höre auf dein Bauchgefühl. Immer wenn du versucht bist deine persönlichen Grenzen zu überschreiten, nutze die Gefühle als Referenz und halte daran fest.

(Hiermit meine ich nicht, dass du zum Beispiel zu einer Herausforderung nein sagst wenn sie dich weiterbringen kann. Um zu wachsen muss man auch seine Komfortzonen verlassen) 

4. Kommuniziere deine Regeln ganz klar von Anfang an.

Wenn du zum Beispiel einen neuen Kunden annimst, lege die Grundregeln ganz offen auf den Tisch und kommuniziere sie klar. Bist zu zum Beispiel jeden Donnerstag nicht im Büro und das ist dein freier Tag? Hast du eine Regelung für zu spät kommen, Terminverschiebungen oder nicht erscheinen? Bist du vielleicht am Wochenende ausschließlich per Email oder gar nicht erreichbar? Lass es deine Kunden (oder auch Familie) wissen. Du brauchst dich nicht zu rechtfertigen, aber manchmal kann ein klein wenig zusätzliche Info helfen damit deine Kunden die Wichtigkeit begreifen. Wenn die Grenzen nicht klar sind von Anfang an, weiß dein Kunde nicht was okay ist und was nicht. Die einfachste und klarste Lösung dafür ist, die Regeln in einem Vertrag oder deinen AGBs festzuhalten. Achte hier darauf, dass dein Kunde den Vertrag unterschreibt oder die AGBs durchliest.

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