Was ist Mindfulness (Achtsamkeit) und was sind die Vorteile von Achtsamkeit?

Mindfulness (Achtsamkeit) bedeutet, im hier und jetzt zu sein. Die eigenen Gedanken wahrzunehmen, ohne zu urteilen oder daran festzuhalten. Es geht darum, mitfühlend gegenüber dir und anderen zu sein – aber ohne, dass deine Gefühle zu sehr beeinflusst werden wenn es jemand anderem schlecht geht. Es geht also darum den aktuellen Zustand zu akzeptieren und loslassen zu können. 

Mindfulness (Achtsamkeit) wurde zuerst in den 1970ern eingeführt um Leuten zu helfen, die an chronischen Schmerzen leiden. Jedoch kann uns Mindfulness bei vielen Sachen helfen. 

In der heutigen Welt, wo die Technologie uns bei so vielen Dingen unterstützt, führt sie auch zu noch mehr Stress. Denn Menschen erwarten, dass man schneller antwortet und weniger Zeit um ein Projekt abzuschließen. Viele Menschen vernachlässigen sich und ihre eigenen Bedürfnisse. Sie sind sich nicht mehr bewusst über ihre Gedanken und Gefühle, was zu Burnout und Panikattacken führen kann. Das Stresslevel ist hoch, die Angst vor Versagen oder einen Job/Projekt wegen einem Konkurrenten zu verliegen ist groß.

„Deine Vision wird dir nur klar, wenn du in dein Herz schaust. Wer nach außen schaut träumt; wer nach innen schaut erwacht.“ – Carl Jung

Mindfulness (Achtsamkeit) kann uns helfen die linke und rechte Gehirnhälfte auszubalancieren – also den eher rationalen, logischen Teil und den emotionalen, kreativen Teil. Auch können wir davon profitieren in stressigen Situationen ruhiger zu bleiben – zum Beispiel im Stau oder bei Meetings. Anstatt, dass die Amygdala (unser „Reptiliengehirn“) innerhalb von nur 30 Milisekunden reagiert und wir sauer werden, können wir unseren rationalen Teil in unserem Gehirn nutzen, welcher etwa 100 Milisekunden zum antworten braucht. Mit Übung in Mindfulness (Achtsamkeit) können wir den Vorgang sogar auf 250 Milisekunden ziehen. Dies hilft uns ruhiger zu bleiben und anstatt eine Reaktion zu erwidern, nehmen wir sie nur auf („React vs. Respond“). Dadurch sind wir auf langer Sicht entspannter und mehr in Balance.

„Zwischen Reiz und Reaktion ist immer eine Lücke. In dieser Lücke liegt es in unserer Kraft unsere Reaktion zu wählen. In unserer Reaktion liegt unser Wachstum und unsere Freiheit.“ – Victor Frankl

Aber Mindfulness (Achtsamkeit) kann uns nicht nur in diesen Lebensbereichen helfen. Es kann auch Menschen helfen die an Depressionen, chronischen Schmerzen oder ADHS leiden. MRT Tests haben bewiesen, dass Achtsamkeitsübungen nach 8 Wochen dazu führen, dass Schmerzen über 75% reduziert werden. Auf langer Sicht können die Schmerzen sogar noch stärker reduziert werden. Bei Depressionen kann der Rückfall stark reduziert werden.

Um die Vorteile von Achtsamkeit zu bemerken, braucht es regelmäßige Übung um die Nervenverbindungen im Gehirn neu zu verknüpfen (Neuroplastizität).
Meistens merkt das Umfeld die positiven Veränderungen früher als man selbst.

Es gibt zwei Wege Achtsamkeit zu praktizieren, then formellen und informellen Weg. Der formelle Weg geht über Meditation und der informelle Weg geht mit Übungen während dem Alltag. Zum Beispiel, in dem man Dinge achtsam durchführt: In der Gegenwart, im aktuellen Moment sein und wenn Gedanken aufkommen nimmt man sie zwar wahr, jedoch ohne zu urteilen oder darin zu verweilen und festzuhalten, man lässt sie weiterziehen. Wie eine Wolke die weiterzieht an einem sonnigen Tag mit blauem Himmel oder wie ein Blatt, dass in einem Bach weitergespült wird.

Wann immer du merkst, dass du von deinen Gedanken abgelenkt wirst, kannst du dich selbst in die Realität, in den jetzigen Augenblick zurückholen indem du deine Sinne nutzt: Was fühlst du? Was riechst du? Was siehst du? Was hörst du?

Die Säulen von Mindfulness (Achtsamkeit) sind nicht urteilen, geduldig sein, wissbegierig sein („Beginners Mind“) , Vertrauen, nicht streben, Akzeptanz und „gehen lassen“. Deshalb kann Achtsamkeit uns bei noch viel Größerem helfen: Aggression, Missgunst oder Angst vor Ausländern, gegenüber anderen Ländern, Kulturen oder Religionen.

„Die wahre Frage ist nicht ob es ein Leben nach dem Tod gibt. Die wahre Frage ist, ob du lebendig bist vor dem Tod.“ – Osho

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